Ein 4 Meter hohes Objekt erregt die Aufmerksamkeit der Hamburger Bürger. Mitten in der City ragt ein riesiger Haarkamm aus einem Berg ausgefallener Haare. Die Hamburger staunten nicht schlecht, als sie heute mittag ein buchstäblich haariges Ereignis auf der großen Einkaufsmeile Mönckebergstraße verfolgten: Fernseh-Moderator Max Schautzer (Pleiten, Pech und Pannen) enthüllte vor Journalisten und Passanten um 12.30 Uhr das "Haarausfall-Denkmal": Ein 2 mal 4 Meter großer Glaskasten, gefüllt mit einem Kamm und Millionen von Kopfhaaren. Er soll zeigen, wie schlecht es um die Haarpracht der Deutschen steht. "Die Aktion ist einmalig", sagte Max Schautzer. "Das Haarausfall-Denkmal macht mit seiner gigantischen Ansammlung von Haarmassen beeindruckend deutlich, welche Dimensionen Haarausfall hat." Dafür haben Friseure aus ganz Deutschland den Besen nicht für die Tonne, sondern für den guten Zweck geschwungen. Anlass ist die bundesweit stattfindende Aufklärungswoche "7 Tage pro Haar". Die erschreckende Botschaft auf dem Haarausfall-Denkmal lautet: "86.762.500 Haare verlieren Hamburgs Männer täglich. Zu viele, wie wir finden." Aber natürlich gehen nicht nur in Hamburg den Männern die Haare aus. Jeder 2. Mann und jede 10.Frau in Deutschland hat Haarausfall. Doch darüber reden mag kaum jemand, über Ursachen und Therapien wissen die wenigsten Bescheid. Die "Initiative ProHaar" will im Rahmen der Aufklärungswoche mit dem Haarausfall-Denkmal das Thema vom Tabu befreien. Quer durch Deutschland finden während der Aufklärungswoche regionale Informationsveranstaltungen und Haarsprechstunden statt. Den Startschuss für die Aktion gab gestern morgen das Pressegespräch "Deutschland auf den Kopf geschaut" im Royal Meridien in Hamburg. Hoch über der Alster diskutierten Experten, Meinungsforscher, Prominente und Betroffene über Haarausfall, nach dem Motto: "Schönheitsfehler oder haariges Problem?". Anschließend enthüllte Max Schautzer, Botschafter der Initiative ProHaar, das Haarausfall-Denkmal zusammen in der Hamburger Innenstadt. Was sich sonst in Haarsieben, Bürsten und auf Schultern in kleinen Mengen sammelt, erregt noch bis zum 31. Januar geballt in einem Glascontainer die Aufmerksamkeit in der Hamburger City. Die Aufklärungswoche rund um das Thema Haarausfall veranstaltet die Initiative ProHaar gemeinsam mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen noch bis zum 2. Februar 2004. Prof. Dr. med Hans Wolff, Leiter der Haarsprechstunde an der Dermatologischen Klinik der Uni München, erläuterte die Ursachen der häufigsten Form des Haarausfalls, der so genannten androgenetischen Alopezie: "Die Ursache für die androgenetische Alopezie beim Mann ist eine erbliche Veranlagung. Und diese erbliche Veranlagung kann dazu führen, dass unter dem Einfluss eines ungünstigen Hormons die Haarwurzeln schrumpfen. Diesen Prozess, den muss man stoppen, und das kann man heute zum Glück, weil es gut wirksame Medikamente dafür gibt." Oft beginnt der Haarausfall bei Männern schon vor dem dreißigsten Lebensjahr:"Häufig beginnt es in den Geheimratsecken, später kommt dann manchmal so eine Lichtung am Oberkopf dazu und bei anderen Männern ist es eher eine diffuse Lichtung. Die meisten Männer sind dadurch gestört. Und wenn ich als Mann einen Haarausfall an mir bemerke, sollte ich zum Spezialisten gehen, und das sind die Hautärzte oder Dermatologen." Der Hautarzt kann die genaue Ursache des Haarausfalls herausfinden und den Betroffenen geeignete Behandlungsmöglichkeiten empfehlen. In den meisten Fällen ist der Haarausfall erblich bedingt. Gegen diese Form des Haarausfalls hat die Wissenschaft einen neuartigen Wirkstoff entwickelt."Beim erblichen Haarausfall, da wirkt am allerbesten ein verschreibungspflichtiges Medikament. Das ist eine Tablette, die enthält den Wirkstoff Finasterid, der zum Beispiel in dem Handelspräparat "Propecia" vorhanden ist. Diese Tablette ist bei über 90% der Männer in der Lage, den Haarausfall zu stoppen." Professor Wolff empfiehlt Betroffenen, Haarausfall nicht als Schicksal hinzunehmen und frühzeitig einen Spezialisten aufzusuchen.
Abbildungen: Quelle: Initiative "ProHaar" |

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