Akne – natürliche Pflege bei unreiner Haut

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Ernährungstipps und natürliche Hilfe bei Akne

Akne ist eine weit verbreitete entzündliche Hautkrankheit, unter der nicht nur Jugendliche leiden. Da sie meist im Gesicht, auf Brust und Rücken auftritt, kann sie für die Betroffenen sehr belastend sein. Bevor man mit harten Medikamenten gegen Pickel und Pusteln vorgeht, lohnt es sich, Ernährungsgewohnheiten und Mikronährstoffversorgung gegen Akne unter die Lupe zu nehmen.

Was ist Akne?

Akne, oder "Acne vulgaris", wie der Mediziner sagt, ist mehr als unreine Haut. Sie ist eine krankhafte Überproduktion von Talg, der die Hautporen verstopft und zu Mitessern führt. Gelangen Bakterien in den Pickel, entzündet er sich, schmerzt und eitert. Ursache für die Talgüberproduktion kann eine erbliche Veranlagung sein. Aber auch Hormone, besonders männliche Geschlechtshormone (Androgene) zählen zu den Auslösern. Darüber hinaus können Stress, Medikamente, Verhütungsmittel und Ernährung Einfluss auf die Akne nehmen.

Akne und Medikamente

Bei schwerer Akne führt der Weg zum Hautarzt, der mit einer Reihe von Medikamenten versucht, die Akne einzudämmen. Häufig kommen dann Antibiotika zum Einsatz, die zwar die Bakterien bekämpfen, die die Entzündung auslösen, die Ursache der Akne jedoch nicht beheben.

Das heißt, wenn das Antibiotikum abgesetzt wird, kehrt die Akne zurück. Da Antibiotika zu Resistenzen führen und gravierende Auswirkungen auf die Darmflora haben, sind sie zur Dauerbehandlung nicht geeignet.

Frauen wird häufig die Anti-Baby-Pille verordnet, um Ihnen zu einem schöneren Hautbild zu verhelfen. In vielen Fällen ist dies sehr wirksam. Ob Hormone eingenommen werden sollten, sofern sie nicht der Verhütung dienen, muss jede Frau selbst entscheiden.

Was kann man mit Ernährung gegen Akne tun?

Hormone, wie die beschriebenen Androgene, stehen in engem Zusammenhang mit dem Blutzuckerspiegel. Steigt der Blutzuckerspiegel, wird Insulin freigesetzt. Dies führt dazu, dass mehr Hormone produziert werden. Geschieht dies regelmäßig, kann es zu einer übersteigerten Androgen-Produktion kommen, was wiederum die Talgproduktion der Haut anregt. Es gilt also, Lebensmittel zu vermeiden, die den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Auf dem täglichen Speiseplan sollten viele Vollkornprodukte statt Weißmehlprodukte stehen, außerdem viel Gemüse, Obst, Nüsse, Sprossen und Algen. Zucker, Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke, Kuchen und Backwaren gilt es zu meiden. Wer Lust auf Süßes hat, sollte auf Bananen oder Trockenfrüchte zurückgreifen.

Akne und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

In den letzten Jahren wurde der Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelallergien und Akne genauer untersucht. Kuhmilch, ursprünglich zur Kälberaufzucht gedacht, enthält geringe Mengen von Hormonen und Wachstumsfaktoren, die eine übermäßige Talgproduktion auslösen können. Auch ohne die Symptome, wie sie bei einer Milchunverträglichkeit vorkommen, kann es sein, dass die Haut negativ auf Milchprodukte reagiert. Es kann sich lohnen, Milch- und Milchprodukte für einige Wochen vom Speiseplan zu streichen und zu beobachten, ob sich das Hautbild verbessert.

Darüber hinaus können auch Kaffee und koffeinhaltige Getränke Akne verschlimmern.

Akne und Nahrungsergänzungsmittel

Sogenannte "Supplements" stehen hoch im Kurs und werden als Lifestyle-Produkte beworben. Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch nie auf Verdacht eingenommen werden, da auch ein Übermaß an Mineralien oder Spurenelementen schädlich sein kann.

Bei Akne kann sich eine zusätzliche Gabe von Zink als sinnvoll erweisen. Entzündungen heilen durch Zink schneller ab. Überdosiert kann Zink aber nicht nur andere Mineralstoffe im Körper blockieren, sondern auch gefährlich werden. Es sollte außerdem nicht zusammen mit Milchprodukten eingenommen werden. Natürliches Zink ist in Linsen, Haferflocken, Hühnerfleisch und Meeresfrüchten enthalten.

Aknepatienten haben weniger Antioxidantien im Blut als Menschen ohne Akne. Da Antioxidantien sich bei anderen entzündlichen Krankheiten bereits bewährt haben, könnten sie auch bei Akne helfen. Die Studien dazu  stehen noch am Anfang. Erste Ergebnisse zeigen aber, dass Gaben von Vitamin E und Selen sowie antioxidativer Grüntee-Extrakt helfen konnten, Akneherde zu verringern und das Hautbild zu verbessern.

Natürliche Heilmittel gegen unreine Haut

Hautunreinheiten sprechen gut auf Kamille an. Diese wirkt entzündungshemmend, heilfördernd und hat keine Nebenwirkungen. Ein Dampfbad mit Kamillenblüten öffnet die Poren und reinigt die Haut. Dafür werden getrocknete Kamillenblüten mit heißem Wasser aufgekocht. Alternativ kann man einige Tropfen Kamillenextrakt ins Wasser geben. Den Sud lässt man zehn Minuten ziehen und nimmt dann ein Gesichtsdampfbad.

Teebaumöl wirkt ähnlich entzündungshemmend wie Kamille. Es sollte aber nicht unverdünnt verwendet werden, da es zu Hautreizungen führen kann. Teebaumöl verdünnt mit Alkohol aus der Apotheke und etwas Wasser dient als desinfizierendes Gesichtswasser.

Heilerde wird gerne für Gesichtsmasken verwendet. Man rührt die Heilerde mit Wasser (oder Joghurt) zu einem Brei an, trägt sie auf und wäscht sie ab, wenn sie getrocknet ist. Die Haut wird dabei bis in die Poren gereinigt und die Durchblutung angeregt.

Akne lässt sich mit natürlichen Mitteln nicht heilen, sie können aber Linderung bringen.

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