Brustvergrößerung – welche Implantatform ist die richtige Wahl

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Dr. med. Thomas Lorentzen, Leiter der Praxis Beauty Berlin, im Interview über Formen und Materialien von Brustimplantaten

Brustvergrößerung – welche Implantatform ist die richtige Wahl
Brustvergrößerung – welche Implantatform ist die richtige Wahl

Dr. med. Thomas Lorentzen leitet die schönheitschirurgische Praxis Beauty Berlin am Kurfürstendamm. Als Facharzt für Chirurgie mit dem Schwerpunkt auf plastisch-ästhetische Operationen verfügt Dr. Lorentzen über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Brustvergrößerungen. Im Interview erklärt Dr. Lorentzen, wie die richtigen Implantate ausgewählt werden, welche Formen es gibt und welche Materialien die besten Ergebnisse erzielen.

Herr Dr. Lorentzen, die Ergebnisse einer Brustvergrößerung mit Implantat sind sehr ästhetisch. Doch wie ist das „Tragegefühl“ eines Brustimplantates?

Dr. Lorentzen: Das "Tragegefühl" ist zum Teil subjektiv.  Die gründliche Beratung unserer Patientinnen ist die Voraussetzung dafür, dass wir die optimale Methode der Brustvergrößerung für Sie auswählen. Zur Wahl stehen die Verwendung von Eigenfett oder von Brustimplantaten. Nicht nur das optische Ergebnis ist wichtig. Wir möchten, dass sich die Frauen anschließend wohlfühlen und die operativ vergrößerte Brust als natürlichen Teil ihres Körpers empfinden.

Wir haben bei den Implantaten die Wahl zwischen runden und anatomisch geformten Kissen. Die runden Kissen werden im Liegen flacher, ganz wie die natürliche Brust. Die anatomisch geformten Implantate bleiben stets in der gleichen, aufrechten Form. Hier entscheidet natürlich die Frau mit, welche Form sie als sexy und attraktiv empfindet.

Welche weiteren Kriterien entscheiden über die Auswahl des Implantates und seiner Form?

Dr. Lorentzen: Das hängt unter anderem davon ab, welche Erwartungen die Patientin hegt. Wünscht sie sich ein ausgeprägtes Dekolleté, tendieren wir zu symmetrischen, runden Implantaten. Anatomische, also tropfenförmige Implantatkissen dagegen wirken insgesamt natürlicher.

Ein weiteres Kriterium ist die Projektion – wie stark wird die Brustwarze herausgearbeitet. Dafür gibt es mindestens drei verschiedene Varianten.

Über die Trageeigenschaften entscheidet die Kohäsivität des Füllmaterials, also seine grundsätzlichen Eigenschaften: Wie formstabil ist die Brust in jeder Lage, fühlt sie sich eher hart und fest oder weich an.

Die natürliche Brust der Frau bestimmt über den Durchmesser der Basis des Implantates.

Wie sind die Implantate aufgebaut,  womit sind sie gefüllt und wie "sicher" sind sie?

Dr. Lorentzen: Moderne Implantate sind sehr stabile, doppelwandige Silikonkissen, die wahlweise mit Kochsalzlösung oder Silikongel gefüllt sind. Wir lehnen Implantate mit Hydrogel- oder Sojaölfüllung ab, denn diese Varianten sind technisch noch verbesserungswürdig.

Das aktuell verwendete Silikongel ist extrem dickflüssig. Selbst wenn das Kissen beispielsweise durch einen Unfall beschädigt würde, gelangt kein Gel ins umgebende Gewebe.

Implantate mit Kochsalzfüllung werden erst nach dem Einsetzen gefüllt. Das heißt, dass nur ein sehr kleiner Schnitt erforderlich ist, um sie zu positionieren. Allerdings kann die Kochsalzlösung im Fall einer Beschädigung oder im Laufe der Zeit tatsächlich auslaufen. Das ist gesundheitlich gesehen harmlos. Kochsalzlösung wird beispielsweise auch bei Infusionen verabreicht. Der Nachteil besteht darin, dass durch den Flüssigkeitsverlust im Implantat Falten und bei Bewegung gluckernde Geräusche entstehen. Auf Dauer muss dieses Implantat dann ersetzt werden. Mit Kochsalzlösung gefüllte Kissen sind obendrein härter als mit Silikongel gefüllte Kissen. Daher werden sie häufig als unangenehm empfunden.

Wichtig für die Optik und die Dauerhaftigkeit des Implantates ist die Oberfläche der Silikon-Umhüllung. Ist sie glatt, lässt sich das Implantat im Umgebungsgewebe verschieben, was sich natürlicher anfühlt. Ist sie dagegen aufgeraut, verbindet sie sich besser mit dem umliegenden Gewebe. Erfahrungsgemäß tritt in diesem Fall eine Kapselverhärtung (Kapselfibrose) sehr viel seltener auf. Die besten Ergebnisse mit den geringsten Komplikationen erzielen wir mit Implantaten, die außen mit Polyurethan beschichtet sind.

Welche Implantate bevorzugen Sie bei Brustvergrößerungen?

Dr. Lorentzen: Um die Wünsche unserer Patientinnen bestmöglich zu realisieren, verwenden wir die Modelle mehrerer Hersteller. Vor allem mit den Produkten der Firma EUROSILICONE und SILIMED haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. SILIMED liefert die Implantate, die außen mit Polyurethan beschichtet sind. Kapselfibrosen treten bei dieser Variante nur noch extrem selten auf.

Beide Firmen liefern anatomisch geformte oder runde Implantate in allen denkbaren Größen. So finden wir für jeden Körperbau die richtige Form.

Wie werden die Implantate zur Brustvergrößerung gesetzt? Gibt es mehrere Möglichkeiten?

Dr. Lorentzen: Bei der subglandulären Positionierung platzieren wir das Implantat zwischen Brustmuskel und Drüsengewebe. Die Heilungsphase nach dem Eingriff ist in diesem Fall wesentlich kürzer. Manchmal ist das Implantat anschließend fühlbar und mit dem Auge erkennbar. Mammographische Untersuchungen werden zum Teil behindert.

Sehr natürlich sieht eine submuskuläre Positionierung aus – direkt unter dem Brustmuskel. Das Brustdrüsengewebe wird auch danach problemlos per Mammographie erfasst.

Ein sehr neues Verfahren zur Brustvergrößerung sieht vor, das Implantat unter die Muskelhülle, die Faszie, zu setzen.

Welches Verfahren wir wählen, hängt immer von den anatomischen Voraussetzungen ab. Deswegen entscheiden wir erst nach eingehender  Beratung, wie sich die von der Patientin gewünschte Veränderung am besten umsetzen lässt.

Herr Dr. Lorentzen – wir bedanken uns für das informative Gespräch.

Weitere Informationen unter:

Beauty Berlin | Schönheitschirurgie Dr. Thomas Lorentzen
Kurfürstendamm 103
10711 Berlin
Telefon: 03020455610
E-Mail: info@beautyberlin.de
Web: www.beautyberlin.de

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