Fettabsaugung und was Sie darüber wissen sollten

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Diese Fragen stellen sich Patienten vor einer Liposuktion

Für welche Patienten kommt eine Fettabsaugung in Frage? Wie verläuft ein solcher Eingriff? Alle Fragen zur Anwendung, zu den Methoden und zum Verhalten danach beantwortet der Schönheitschirurg Dr. Dr. med. Bernd Klesper, Leiter der Beauty-Klinik an der Alster in Hamburg. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung als ästhetisch-plastischer Chirurg und hat sich auf die Fettabsaugung in Hamburg spezialisiert.

Es ist ihm ein besonderes Anliegen, potentiellen Patienten die Ängste zu nehmen. Für viele ist eine Liposuktion ein großer Schritt dahin, sich im eigenen Körper wieder wohl zu fühlen.

Herr Dr. Klesper, welche Menschen wenden sich an Sie, um eine Fettabsaugung durchführen zu lassen?

Dr. Klesper: Wir haben drei Gruppen von Personen, die bei uns vorstellig werden. Bei der einen Gruppe liegt eine medizinische Indikation vor. Sie betrifft Patientinnen und in 1% der Fälle auch männliche Patienten, die an einem Lipödem leiden. Dabei handelt es sich um eine gehäufte Ansammlung von Fettzellen und von Flüssigkeit, überwiegend an den Hüften und Beinen. Die Patientinnen und Patienten leiden an Schmerzen und häufigen Hämatomen. Die Liposuktion ist die einzige Methode, die langfristig hilft und den Betroffenen wieder ein normales Körpergefühl verschafft. Mit Übergewicht oder Bewegungsmangel hat dieses Phänomen oft nichts zu tun.

Weitere Anfragen bekommen wir von Menschen, die unter Adipositas leiden, also übergewichtig sind. Hier ist eine Fettabsaugung nicht die geeignete Methode, um das Problem in den Griff zu bekommen. Der wichtigste Grund ist die begrenzte Menge an Fettzellen, die sich bei einem solchen Eingriff entfernen lässt.

Die Mehrzahl unserer PatientInnen kommt aus einem anderen Grund zu uns: Sie stellen fest, dass weder eine Diät noch ein strammes Trainingsprogramm alle unliebsamen Fettpölsterchen beseitigen können. Gewichts- oder Hormonschwankungen, Veranlagung, eine vorangegangene Schwangerschaft können Gründe für eine solche Entwicklung sein. In der Folge entsteht beispielsweise ein Doppelkinn. Typisch weibliche Depots bilden sich am Po, den Oberschenkeln und Hüften. Männliche Patienten leiden häufiger unter einem  Fett-Depot am Bauch. Jeder Körper lagert Kalorien-Überschüsse für Notzeiten an bestimmten Stellen an. Bei einigen Menschen sind das die Waden, die Oberarme oder der Rücken. Auch hier bestimmt die Genetik mit, ob und wie viele Fettzellen in welcher Körperregion sitzen und wachsen.

Raten Sie einigen Menschen kategorisch von einer Liposuktion ab?

Dr. Klesper: Ja. Bei einer ausgeprägten Adipositas ist der Eingriff nicht zielführend. Die Ursachen für das Übergewicht müssen untersucht und beseitigt werden, bevor wir sinnvoll in Aktion treten können.

Häufiger fragen Frauen unmittelbar nach einer Schwangerschaft bei uns an. Auch ihnen raten wir, sich ein Jahr lang zu gedulden. Der Körper benötigt diese Zeit, um sich zu erholen. Rückbildungsgymnastik, viel Bewegung, das Stillen und entsprechende Ernährung bewirken viel. Manche Extra-Pölsterchen aus der Schwangerschaft verschwinden auf natürlichem Wege. Ist die Frau anschließend noch immer unglücklich mit ihren Konturen, können wir effektiv helfen.

Im Beratungsgespräch werden alle diese Dinge diskret und einfühlsam abgeklärt. In vielen Fällen sind die Menschen frustriert und unzufrieden mit ihrem Körper. Das lässt sich meist auf die eine oder andere Weise zum Besseren verändern.

Welche Methoden der Fettabsaugung bieten Sie in Ihrer Hamburger Klinik an?

Dr. Klesper: Wir bieten mehrere Verfahren an. Die Auswahl richtet sich nach der betroffenen Körperregion und der Menge des Fettgewebes, das entfernt werden soll.

Für die Bauchregion empfehlen wir die Tumeszenz-Methode, auch als Super-Wet-Methode bezeichnet. Dabei wird eine Kochsalz-Lösung in das Fettgewebe injiziert, zusätzlich noch eine lokale Betäubung. Anschließend kommt die Lipomatic-Technik zum Einsatz - ein Absaugverfahren, bei dem unterstützend mit Vibration gearbeitet wird. Die vorn abgerundete Vibrationskanüle saugt die vorbereiteten Fettzellen ab. Die Einstichstellen der Kanüle sind maximal acht Millimeter groß und verheilen spurlos.

Vibrationsverfahren? Das hört sich unangenehm an?

Dr. Klesper: Das Gegenteil ist der Fall. Auf diese Weise arbeiten wir außerordentlich gewebeschonend. Die Fettzellen werden aus ihrem Verband gelöst, nicht herausgerissen. Hämatome, blaue Flecken, lassen sich auf diese Weise größtenteils vermeiden. Auch postoperative Schmerzen lassen sich begrenzen.

Deswegen setzen wir das Verfahren auch an den Beinen ein, in der empfindlichen Region der Kniekehlen oder Fesseln. Im Oberschenkelbereich verlaufen viele Blut- und Lymphgefäße, die beschädigt werden könnten, ebenso das Muskelgewebe. Die Lipomatic-Methode beeinträchtigt diese Strukturen und das Gewebe nur minimal und ist aus diesem Grund nahezu schmerzfrei.

Weniger Schmerzen - das heißt, die Patienten und Patientinnen erholen sich schneller?

Dr. Klesper: Das ist richtig. Die meisten sind nach spätestens drei Tagen zurück in ihrem Alltag. Wir können oftmals auf Vollnarkosen verzichten, es sei denn, die Patienten wünschen es sich anders. Bei einer örtlichen Teilnarkose entfallen die Risiken und Belastungen einer Vollnarkose ebenso wie ein Krankenhausaufenthalt.

Wie weh tut eine Fettabsaugung tatsächlich?

Dr. Klesper: Sie müssen sich das wie einen starken Muskelkater vorstellen. Schlimmeres ist meist nicht zu erwarten. Eine Ausnahme sind Fälle, in denen wir ein Lipödem korrigieren. Auch da genügt es meistens, für zwei oder drei Tage beispielsweise Ibuprofen-Tabletten einzunehmen.

Sie sprachen von der begrenzten Menge an Fett, das abgesaugt werden kann. Was bedeutet das?

Dr. Klesper: Normalerweise bewegt sich die Menge der abgesaugten Fettzellen im Bereich von 2-4 Liter. Das Maximum an Gewebe sind acht Liter. Mehr in einer Operation zu entfernen, würde den Organismus stark belasten. Ist es nötig, lassen sich mehrere Eingriffe im Abstand von einigen Tagen durchführen.

Welche Alternativen zur operativen Fettabsaugung gibt es?

Dr. Klesper: Alternative Methoden sind beispielsweise die Kryolipolyse, die „Fettwegspritze“ oder die Radiofrequenztherapie. Die beiden erstgenannten Verfahren empfinden viele Patienten als extrem schmerzhaft. Kälte, ein medizinisches Präparat und die Radiowellen zerstören jeweils die Fettzellen, so dass diese nicht weiter wachsen können.

Bei allen drei Methoden können immer nur sehr kleine Mengen an Fettzellen entfernt werden. Daher müssen bei diesen Methoden mehrere Sitzungen nacheinander erfolgen. Alle tun weh und die Kosten summieren sich. Das Endresultat lässt sich nicht immer vorausplanen.

Abgestorbene Fettzellen verbleiben jeweils im Körper und müssen abgebaut werden. Ob und wie gut der Organismus das verkraftet, ist noch unzulänglich erforscht.

Wie lange dauert eine Operation zur Fettabsaugung insgesamt?

Dr. Klesper: Das ist abhängig vom Umfang des Eingriffs. Je nach Größe des Fettdepots sind meist zwischen 45 Minuten und zwei Stunden zu veranschlagen.

Wie effektiv ist die Liposuktion? Bilden sich die Fettpölsterchen nicht nach einer Weile wieder?

Dr. Klesper: Jeder Mensch bekommt über seine Veranlagung und durch die Lebensweise in der Kindheit eine bestimmte Menge an Körperfettzellen mit. An den Stellen, an denen sie abgesaugt wurden, entstehen keine neuen Depots. Wer sich extrem ungesund ernährt und zu wenig bewegt, veranlasst allerdings die übrigen Fettzellen, stark zu wachsen. Das kann zu erneuten Figurproblemen führen.

Was gibt es nach der OP zu beachten? Welche Regeln geben Sie Patienten mit nach Hause?

Dr. Klesper: Nach zwei bis drei Tagen dürfen unsere PatientInnen baden, Spazierengehen, Walken beispielsweise. Körperlich anstrengende Arbeit, rasanterer Sport oder Krafttraining sollten bis zu vier Wochen zurückgestellt werden. In dieser Zeit kann das Gewebe ausreichend heilen und sich festigen. Auch die Haut muss sich neu anpassen. Das braucht seine Zeit.

Ganz wichtig ist es, für mindestens zwei Wochen Tag und Nacht ein spezielles Kompressionsmieder zu tragen. Nach diesen zwei Wochen genügt es, das Mieder tagsüber zu tragen. Es muss immer glatt anliegen und darf keine Falten bilden.

Das Mieder ist eine Drainage-Unterstützung der behandelten Areale. Es hilft, die Silhouette neu zu formen und unterstützt die Rückbildung der Haut.

Welche Probleme beobachten PatientInnen nach dem Eingriff?

Dr. Klesper: Sie müssen mit Schwellungen im abgesaugten Areal rechnen. Diese halten drei bis sechs Wochen an. Erst danach ist das vollständige Ergebnis der Fettabsaugung zu begutachten. Um das Abschwellen zu beschleunigen, raten wir zu Lymphdrainagen oder Kapseln mit Ananas-Extrakt.

Gelegentlich bilden sich Verhärtungen oder Narbenstränge dort, wo neue Gewebefasern entstehen. Diese Erscheinung ist harmlos und verschwindet nach einigen Wochen wieder.

Sie werben nicht mit Vorher-Nachher-Bildern?

Dr. Klesper: Nein, das dürfen wir aus Datenschutzgründen nicht. Im persönlichen Beratungsgespräch können wir solche Aufnahmen zeigen.

Wie finden Interessierte einen versierten Schönheitschirurgen für eine Liposuktion?

Dr. Klesper: Es gibt in Deutschland zwei Verbände für ästhetisch-plastische Chirurgie. Nur Chirurgen, die hier aufgelistet sind, verfügen über die richtige Expertise. Sie bilden sich ständig fort und arbeiten nach festgelegten Qualitätsstandards. Im Ausland existieren ähnliche Verbände. Entscheidend ist das Beratungsgespräch. Patienten sollten den Behandler wählen, bei dem sie sich wohl und gut aufgehoben fühlen.

Viele Auslandskliniken werben mit auffällig niedrigpreisigen Behandlungen. Was halten Sie davon?

Dr. Klesper: Viele Patienten sehen nur die niedrigen Kosten und informieren sich nicht weiter. Was tun, wenn es Komplikationen gibt? Eine erneute Anreise und eine weitere Behandlung sind umständlich und teuer. Leider behandeln wir immer wieder solche Auslands-Patienten, bei denen der erste Eingriff missglückt ist.

Mit welchen Kosten müssen Ihre Patienten rechnen?

Dr. Klesper: Das ist vom Umfang des Eingriffs abhängig. Wir vereinbaren bereits im Vorbereitungsgespräch feste Preise. Auch eine Finanzierung ist möglich. Inklusive Lokalanästhesie, der Zeit in der Klinik und Nachkontrollen bewegen sich die Kosten ab 1400 bis über 3200 Euro pro Behandlungsareal.

Weitere Informationen unter:

Beauty Klinik an der Alster
Mittelweg 18
20148 Hamburg

Tel.: 040 41355661
Fax: 040 41356370
E-Mail: info@beauty-hamburg.de
Internet: www.plastische-chirurgie-alster.de

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