Krampfadern beseitigen, Zweit-OPs vermeiden

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Krampfader-OPs: Deutschland ist ein schlechtes Beispiel +++ nur Spezialisten können zweite Operation verhindern +++ neues Venenzentrum an der Ruhr-Universität gegründet...

Krampfadern - Stammvarikosis am KnieStammvarikosis am Oberschenkel
Stammvarikosis am Knie, Stammvarikosis am Oberschenkel

Krampfaderoperationen werden in Deutschland schlechter durchgeführt als in anderen Ländern: RUB-Forscher um PD Dr. Markus Stücker (Klinik für Dermatologie) und PD Dr. Achim Mumme (Gefäßchirurgie) fanden heraus, dass bei 68% der deutschen Patienten, die zum zweiten Mal an den Venen operiert werden mussten, mangelhafte Erstoperationen an der Krampfaderneubildung schuld waren.

Eine neuseeländische Studie zeigt hingegen, dass dies bei Neuseeländern nur in sechs Prozent der Fälle der Grund war. Fazit: "Patienten sollten sich unbedingt von Anfang an in die Hände von Spezialisten begeben", so Dr. Stücker. An den RUB-Kliniken im St. Josef Hospital haben sie sich zusammengetan: Nach über zehnjähriger Zusammenarbeit haben die Klinik für Dermatologie (Direktor Prof. Dr. Peter Altmeyer) und die Abteilung für Gefäßchirurgie ein gemeinsames Zentrum für Venenerkrankungen gegründet.

Für die Studien, die beide unabhängig voneinander dieses Jahr im Journal of Vascular Surgery in den USA publiziert wurden, nahmen die Forscher eine feingewebliche Untersuchung der in der zweiten Operation entfernten Krampfadern vor. Die Ursache der neuen Krampfadern waren demnach in Neuseeland bei 94% der Patienten neu gebildete Venen ohne Operationsfehler.

Neue Venen können sich bei der Wundheilung bilden, wenn der Patient eine entsprechende Veranlagung hat. So finden sich bei 32% der fachmännisch operierten Patienten nach 5 Jahren wieder neue Krampfadern. Diese Veranlagung wiesen unter den deutschen Patienten aber nur 26% auf. Bei den meisten anderen lagen Operationsfehler vor.

"Um technische Fehler durch unerfahrende Operateure zu minimieren, sollte die Krampfadertherapie auf spezialisierte Zentren unter der Leitung von Phlebologen und/oder Gefäßchirurgen konzentriert werden", fordert daher Dr. Stücker. Patienten mit einer besonderen Veranlagung zur Krampfaderneubildung seien oft mit "nicht schneidenden" Techniken wie der Mikro-Sklerosierung besser beraten als mit einer erneuten Operation.

Im neu gegründeten Venenzentrum der RUB am St. Josef Hospital sind dank der Zusammenarbeit von Hautärzten und Gefäßchirurgen sowohl die operativen Krampfaderbehandlungsmethoden wie Klappenreparatur und Stripping als auch Radiowellen, Schaumsklerosierung und Laser im Angebot. Oft ist eine Kombination verschiedener Behandlungstechniken sinnvoll.

Das interdisziplinäre Venenzentrum ermöglicht es auch, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus eigenen und internationalen Untersuchungen unmittelbar den Patienten zugänglich zu machen. Aufgrund des großen Zuspruchs für dieses Konzept wurden eigens neue Behandlungsmöglichkeiten in einem ambulanten Operationszentrum geschaffen.



Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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