Resorbierbare Dermal Filler besser

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Bei der Faltenbehandlung sind resorbierbare Dermal Filler aus körpereigenen Materialien am sichersten...

Resorbierbare "Dermal Filler" sind nicht resorbierbaren Materialien zur Unterfüllung der Haut vorzuziehen. Am sichersten haben sich die körpereigenen Materialien wie zum Beispiel Eigenfett erwiesen. Nicht resorbierbare, also permanent im Körper bleibende Füllstoffe sollten nur von äußerst erfahrenen Behandlern weiter verwendet werden. Dies war das Meinungsbild der 1. Konsensuskonferenz "Dermal Filler" gestern in Wiesbaden, die unter dem Patronat der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen (VDPC) und der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) stattgefunden hat.

Das ambitionierte Ziel, die bestehenden Präparate in einem Rating zu bewerten, wurde vorerst nicht erreicht, da die 70 Fachärzte aus dem In- und Ausland am Ende der Meinung waren, dass bei diesem komplizierten Feld zu viele Fragen und Probleme noch nicht konsensfähig ausdiskutiert werden konnten.

Glatte Haut, ja ewige Jugend dank einer richtigen ästhetisch-plastischen Behandlung suggeriert die Werbung mehr denn je. Die Zahl der Hersteller und Produkte steigt unentwegt, schließlich handelt es sich in Europa um einen Milliarden-Markt. Plasmagel, Collagen, Hyaluron, New Fill, Restylane, Juvederm - wie sind diese Stoffe und Produkte zu bewerten? Gibt es irgendwo vielleicht sogar das perfekte Füllmaterial? Wo liegen die Möglichkeiten und Risiken der einzelnen Präparate?

All diese Fragen wurden bei der Wiesbadener Konsensuskonferenz erörtert. Spezialisten informierten mit Referaten über die einzelnen Produktgruppen und schilderten die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten. Das Fazit: Risikobehaftet sind alle Eingriffe mit "Dermal Fillern". Die Gefahren: Allergien, unerwünschte Vernarbungen, Schmerzen, Schwellungen, Abszesse, ja sogar eine Wanderung von sich auflösenden Partikeln in andere Organe.

Diese Gefahren können minimiert werden, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind. Erstens die Wahl eines ausgebildeten Arztes und zweitens die Wahl des am besten passenden Füllmateriales. "Immer mehr selbst ernannte Experten, die durch das Land reisen und aus dem Koffer behandeln, unterspritzen Falten mit irgendwelchen unbekannten Mitteln", sagte Dr. Marianne Wolters (Frankfurt/M), die mit Dr. Hermann Lampe (Frankfurt/M) und Dr. Johannes Reinmüller (Wiesbaden) zu den Initiatoren der Konferenz zählt.

"In diesen Fällen treten gehäuft oft heftige Probleme auf. Bei einem Plastischen Chirurgen, zu dessen Facharzt-Ausbildung auch das Thema Faltenbehandlung gehört, ist das Risiko, dass etwas schief geht, viel geringer." Kommt es beim ausgebildeten Facharzt dennoch zu Komplikationen, so ist in jedem Falle eine fachgerechte Nachbehandlung gewährleistet, so dass bleibende Schäden vermieden werden. Dies ist eben bei der Faltenunterspritzung "aus dem fliegenden Koffer" nicht gegeben.

Das perfekte Füllmaterial gibt es im Moment noch nicht. Aber das muss nicht so bleiben. Wissenschaftler setzen bei der Entwicklung von risikofreien Produkten auf zwei Ansätze. Das Tissue Engineering, mit dem es gelingen kann, durch die Entnahme von winzigen Proben körpereigenen Gewebes im Labor eine genügende Menge von Ersatzgewebe zu züchten, das dann an den gewünschten Stellen implantiert werden kann. Bei der Gabe von Hyaluronsäure konnte beobachtet werden, dass diese nicht nur als Filler geeignet ist, sondern auch zu einem Gewebeumbau führen kann. "Wir wissen allerdings noch nicht, welche Fraktion der Hyaluronsäure diese Reaktion auslöst. Hier muss auf jeden Fall weiter geforscht werden", meint Dr. Johannes Reinmüller.

In zwei weiteren Positionen waren sich die Konferenz-Teilnehmer einig. Zum einem muss ein bundesweites Register für Problemfälle geführt und zum anderen ein Patientenpass aller Fachgesellschaften in Zusammenarbeit mit der Industrie realisiert werden. Die Konsensuskonferenz "Dermal Filler" wird in die zweite Runde gehen. Das Ziel, ein Rating aller Präparate vorzunehmen, wollen die Plastischen Chirurgen weiter verfolgen. Zum Schutze des Verbrauchers.



Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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